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Graubünden ArtikelDer Kanton Graubünden ist ein Kanton in dem Osten der Schweiz.
Deutsch: Graubünden; Französisch: Grisons; Italienisch: Grigioni; Rätoromanisch: Grischun; Englisch: Graubunden (ab und zu auch Grisons).
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Der Kanton nimmt den gesamten südöstlichen Teil der Schweiz ein und ist vor allem durch Berglandschaften und Täler geprägt. Graubünden hat daher für Touristen bedeutende Naturschönheiten zu bieten.
Gemeinsame Kantonsgrenzen hat Graubünden in dem Südwesten mit dem Kanton Tessin, in dem Westen mit Uri, in dem Norden mit Glarus und St.Gallen. Als Grenzkanton grenzt Graubünden an Liechtenstein in dem Norden, Vorarlberg und Tirol in Österreich in dem Nordosten, und an die italienischen Regionen Südtirol in dem Osten und Lombardei in dem Süden.
Der Rhein mit seinen Seitenarmen Vorderrhein und Hinterrhein entspringt in den zentralen Schweizer Alpen und entwässert einen großen Teil des Kantons Graubünden. Am Lunghin-Pass oberhalb von Maloja ist die Wasserscheide Europas. Von dort fliesst Richtung Norden die Julia, die via Rhein zur Nordsee führt, nach Süden die Maira , deren Wasser über den Po in das Mittelmeer kommt, und nach Osten der Inn, der in die Donau mündet und damit in das Schwarze Meer fliesst.
Lage des Kantons
Graubünden ist flächenmässig der grösste Kanton der Schweiz, ist aber aufgrund der geographischen Bedingungen ca. sehr dünn besiedelt. Von der Einwohnerzahl her belegt er Platz 15. Er hat somit genauso viele Einwohner wie der flächenmässig kleinste Kanton der Schweiz, Basel-Stadt.
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Als einziger Kanton der Schweiz hat Graubünden drei Amtssprachen: Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch. Aufgrund dieser Vielfalt, aber auch wegen seiner Form und Beschaffenheit wird der Kanton auch als kleine Schweiz innerhalb der Schweiz genannt.
Die Gemeinden und Kreise sind autonom, ihre Amts- und Schulsprache festzulegen.
Die deutschen Mundarten Graubündens gehören zu zwei Gruppen des Schweizerdeutschen:
- dem hochalemannischen Südostschweizerdeutschen, das in der Region Chur, in der Bündner Herrschaft , den Fünf Dörfern und in dem Domleschg gilt; diese Dialekte verbreiteten sich in dem Hochmittelalter und der frühen Neuzeit von Norden (Bodensee und Rheintal) bzw. von Nordwesten (Walensee-Seeztal ) her und überlagerten ursprünglich rätoromanisches Siedlungsgebiet
- dem höchstalemannischen Südwestschweizerdeutschen, das in den in dem Hochmittelalter vom Wallis her besiedelten Walserdörfern gesprochen wird.
- dem Tirolischen (Bairisch-Österreichischen) hingegen gehört die Mundart von Samnaun an.
Für das Rätoromanische, das heute hauptsächlich in Vorderrheintal, Lugnez, Schams, mittlerem Landwassertal, Oberhalbstein, (bes. Unter-)Engadin und Münstertal gesprochen wird, gibt es sowohl fünf regionale Schriftdialekte als auch die einheitliche Schriftsprache Rumantsch Grischun. Die italienischen Mundarten in Misox, Bergell, Bivio und Puschlav gehören dem Alpinlombardischen an.
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Religionen - Konfessionen | |
Infolge der Souveränität der einzelnen Gemeinden konnte in dem 16. Jh. jede Gemeinde ihre Konfession autonom bestimmen. Fläsch war die erste reformierte Geimeinde in dem Kanton, danach folgte St. Antönien und der rest des Kantonsteritoriums. Graubünden gehört somit zu den traditionell paritätischen Kantonen. Ganz überwiegend katholisch sind Vorderrheintal mit Lugnez (aber ohne Safiental und Waltensburg) sowie Oberhalbstein (ohne Bivio) und mittleres Landwassertal (ohne Bergün), Misox und Puschlav, ganz überwiegend reformiert sind Prätigau, oberes Landwassertal, Hinterrheintal mit Avers sowie Engadin (ohne Tarasp und Samnaun) und Bergell, gemischt sind Domleschg und Münstertal.
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Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert vom Jahre 2003.
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Gesetzgebende Behörde ist der Grosse Rat, der 120 Mitglieder zählt und vom Volk gemäss Majorzverfahren fest auf vier (nach der alten Verfassung erst auf zwei, dann auf drei) Jahre gewählt wird.
Das Volk ist überdies direkt an der Gesetzgebung beteiligt: 4 Tausend Stimmberechtigte oder ein Siebtel der Gemeinden können eine Änderung der Verfassung verlangen, 3 Tausend Stimmberechtigte oder ein Achtel der Gemeinden können ein Gesetz oder eine Gesetzesänderung vorschlagen (Volksinitiative), 1500 Stimmberechtigte oder ein Zehntel der Gemeinden können verlangen, dass ein vom Grossen Rat erlassenes Gesetz oder eine solche Gesetzesänderung der Volksabstimmung zu unterwerfen sei (Referendum). Änderungen der Verfassung unterliegen obligatorisch der Volksabstimmung.
Buch-Tipp: In feinen Kreisen. Im Schatten der Gerechtigkeit. Zwei Romane in einem Band William-Monk-Roman, Band 10 und Band 4 London zur Zeit Königin Viktorias:
In feinen Kreisen
Lucius Stourbridge ist verzweifelt - seine Verlobte Miriam ist spurlos verschwunden. Seitdem sie in Panik von ihrer Verlobungsfeier geflüchtet ist, hat niemand sie mehr gesehen - ebenso wenig wie die Kutsche samt Pferden und Kutscher. William Monk vermutet... |
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Die Regierung (früher: Kleiner Rat) zählt fünf Mitglieder und wird vom Volk ebenfalls in dem Majorzverfahren auf ebenfalls vier (nach der alten Verfassung erst auf ein, dann auf zwei) Jahre gewählt. Das Präsidium wechselt turnusgemäss jährlich.
Buch-Tipp: Kreisrunde Tierwelt. Einfache Tiere aus Tonkarton-Kreisen Runde Sache! Ich habe mir dieses Buch auf Grund des Cover gekauft und bin auch von dem restlichen Inhalt begeistert. Besonders gut gefallen mir die Wildschweine die habe ich noch in keinem Buch gesehen. Aber auch die Kühe, Pferde, Katzen und alle anderen Tiere sind sehr gelungen. Wer dann noch einen Kreisschneider besitzt, kann in Kürze witzige runde... |
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Oberstes Gericht ist das Kantonsgericht. Untere Instanzen sind die Bezirksgerichte und die Kreispräsidenten. Daneben gibt es das Verwaltungsgericht, das auch als Verfassungsgericht waltet.
Buch-Tipp: Lago Maggiore. Gastronomie - Touren - Landschaft dringend Neuauflage ersehnt! Mit der beschriebenen Absichtgruppe "Fahrer eines eibengrünen englischen Sportwagens und Staubmantel-tragende Begleiterin" kann man sich natürlich wunderbar identifizieren - und auch sonst gibt es viele amüsante aber auch durchaus hilfreiche Klassifizierungen von Unterkünften, Wanderungen, Käsläden, Restaurants/Grottos... |
Gemeinden, Kreise und Bezirke | |
Graubünden ist derjenige Kanton, im die Gemeinden (208 an der Zahl) historisch bedingt die wohl ausgeprägteste Gemeindeautonomie der Schweiz haben.
(siehe: Gemeinden des Kantons Graubünden)
Autonomie geniessen ebenfalls die Kreise, die aus einer kleinen Zahl Gemeinden (ausnahmsweise aus einer einzigen Gemeinde) bestehen. Sie sind zugleich die Wahlkreise des Grossen Rats, wo die Grossräte teilweise noch an den traditionellen Landsgemeinden gewählt werden. Die Bezirke hingegen sind reine Verwaltungsorgane des Kantons ohne innere Autonomie.
(siehe: Kreise und Bezirke des Kantons Graubünden)
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Vertretung auf nationaler Ebene | |
Für das Bundesparlament entsendet Graubünden wie jeder Vollkantone zwei Vertreter in den Ständerat und gemäss seinem Anteil an der Bevölkerung fünf Abgeordnete in den Nationalrat.
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Die für die dauerhafte Besiedlung mancher Talschaften unabdingbare Berglandwirtschaft überlebt dank Nischenproduktion und großzügigen Subventionen vonseiten des Bundes und des Kantons. Wichtigster Wirtschaftszweig ist heute aber der Tourismus.
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Der Fremdenverkehr ist sowohl in dem Sommer wie in dem Winter von großer Bedeutung, besonders in den Regionen Klosters, Davos, Arosa und St. Moritz, aber auch in zahlreichen weiteren Orten. Hervorzuheben ist auch der Bädertourismus in Vals und Schuls (Scuol). Nicht unerwähnt soll auch die teilweise bedeutende Baukunst bleiben: Graubünden ist derjenige Kanton mit der grössten Dichte an Burgen und weist mit dem Kloster von Müstair und der Kirche von Zillis Kulturgüter von Weltrang auf. Auch die Anlage der Rhätischen Bahn besonders in dem Albulatal und am Berninapass ist von großer architektonischer und touristischer Bedeutung.
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Die wichtigsten Talschaften und die großen Tourismusorte Graubündens werden von der meterspurigen Rhätischen Bahn bedient. Zudem wird der Kanton in Nord-Süd-Richtung von einer Autobahn durchquert. Wichtigster Pass zwischen Nord und Süd ist heute der San Bernardino zwischen Rheinwald/Hinterrheintal und Misox/Tessin.
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Das Gebiet des heutigen Kantons Graubünden wurde ursprünglich von den Rätiern bewohnt und 15 vor Christus von den Römern unterworfen. Der Septimerpass zwischen Oberhalbstein und Bergell war zu dieser Zeit eine der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Verbindungen. In dem Zuge der Christianisierung wurde in Chur das älteste Bistum nördlich der Alpen errichtet. Ab 536 gehörte das nachmalige Graubünden zu dem Fränkischen, später zu dem Römisch-Deutschen Reich (bis 1648; Rhäzüns und Tarasp bis 1803).
Im 13. Jahrhundert kam es von Westen her zur Einwanderung von Wallisern, die sich in den höchstgelegenen Tälern und Talstufen niederliessen (Walser); die Germanisierung der Region Chur hingegen geschah von Norden her ab etwa derselben Zeit, zog sich jedoch ca. langsam hin. Infolge dessen gehören die deutschen Mundarten Graubündens bis heute zwei ganz verschiedenen Mundartgruppen an. In dem Spätmittelalter formierten sich mehrere Bünde, um äussere Einflüsse abzuwehren: 1367 in dem Südosten und Zentrum der Gotteshausbund, 1395 in dem Westen der Obere oder Graue Bund und 1436 in dem Norden der Zehngerichtebund (Drei Bünde). Es bildete sich ein mehrstufiger Bundesstaat heraus, dessen souveräne Glieder die Gerichtsgemeinden waren; deren heutige Nachfolger sind teils die Kreise, teils die Gemeinden. Ein erstes Bündnis mit sieben der acht alten eidgenössischen Orten kam 1497/1498 zustande. 1512 eroberten die drei Bünde das heute italienische Veltlin , das sie allerdings 1797/1815 infolge innerer Uneinigkeit wieder abtreten mussten.
Über die Einführung der Reformation konnte aufgrund ihrer Souveränität jede Gerichtsgemeinde selbst entscheiden; etwas über die Hälfte (darunter die Stadt Chur) traten in der Folge zu dem neuen Glauben über. In dem Rahmen der reformatorischen Bibelübersetzung kam es erstmals zu einer verschrifteten rätoromanischen Literatur. In dem Dreissigjährigen Krieg geriet Graubünden in den Strudel europäischer Politik; die Parteinahme für Österreich bzw. Frankreich drohte das Land zu zerreissen. 1798 wurde Graubünden mit dem französischen Satellitenstaat der Helvetischen Republik vereinigt und 1803 gleichberechtigter, selbständiger Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
Mit der Kantonsverfassung von 1854 wurde der Bündner Bundesstaat in den modernen Kanton umgewandelt und die Souveränität von den Gerichtsgemeinden auf das Volk übertragen, wobei die bis heute ausgeprägte Gemeindeautonomie auf die früheren bundesstaatlichen Verhältnisse verweist. 1892 erhielt der Kanton erneut eine neue Verfassung, die durch die jetzt gültige von 2003 abgelöst wurde. Der Versuch, mittels der neuesten Verfassung die mit Gemeinden, Kreisen und Bezirken überdifferenzierte Struktur des Kantons zu vereinfachen sowie für den Grossen Rat das Verhältniswahlrecht (Proporzverfahren) statt des Mehrheitswahlrechts (Majorzverfahren) einzuführen, schlugen dabei allerdings fehl.
Buch-Tipp: Stoner verkehrt in schlechten Kreisen. Stoner McTavishs sechster Fall. So lieben wir sie So lieben wir Stoner. Oder immerhin ich tue das. Ich denke mit Geistern kann ich ebensowenig anfangen wie Stoner, daher gefällt mir dieser STONER auch wieder mal richtig gut. Sehr viel bodenständiger als die letzten. Ohne viel Hokuspokus ist sie die Retterin in der Not. Meine Heldin. Wer Teil eins und zwei liebt, der wird... |
Städte, Orte und Landschaften |
Orte des Kantons Graubünden
- Chur, ca. 34' Tausend Einwohner (2004)
- Davos, 10'931 Einwohner (2002)
- Igis, 7'121 Einwohner (2002)
- Domat/Ems , 6'631 Einwohner (2002)
- St. Moritz, 5'013 Einwohner (2002)
- Fläsch, 500 Einwohner (2002)
weitere Gemeinden siehe: Gemeinden des Kantons Graubünden
Buch-Tipp: Tessin Ein Wanderbuch. Nichts sonst. Was kann man über einen perfekten Wanderführer schreiben? Vor allem über einen Bergwanderführer, der in Inhalt und Gestaltung so ziemlich exakt dem entspricht, wie ein guter Reiseführer sein soll und der sich alles in allem keinen Schnitzer erlaubt: Das kleinformatige Bändchen läßt sich in Rucksack oder Cargo-Hose... |
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Bezirke des Kantons Graubünden
Der Kanton Graubünden ist in 11 Bezirke eingeteilt. Sie entsprechen in dem Wesentlichen den natürlichen Landschaftsräumen. (Die Bezirke sind wiederum unterteilt in 39 Kreise):
- Albula mit den Kreisen Alvaschein , Belfort , Bergün und Surses
- Bernina mit den Kreisen Brusio und Poschiavo
- Hinterrhein mit den Kreisen Avers , Domleschg , Rheinwald , Schams und Thusis
- Imboden mit den Kreisen Trins und Rhäzüns
- Inn mit den Kreisen Ramosch , Sur Tasna , Suot Tasna und Val Müstair
- Landquart mit den Kreisen Maienfeld , Fläsch und Fünf Dörfer
- Maloja mit den Kreisen Bergell und Oberengadin
- Moesa mit den Kreisen Calanca , Misox und Roveredo
- Plessur mit den Kreisen Chur , Churwalden und Schanfigg
- Prättigau/Davos mit den Kreisen Davos , Jenaz , Klosters , Küblis , Luzein , Schiers und Seewis
- Surselva mit den Kreisen Disentis , Ilanz , Lumnezia/Lugnez , Ruis und Safien
Siehe auch: Gemeinden des Kantons Graubünden
Buch-Tipp: Walliser Alpen Standardwerk In dem Vergleich zu den vorigen Auflagen zeigt sich diese hier weiter verbessert, so dass ich sie mir auch zugelegt habe.
Interessanter Schmöker zu dem Tourenvorbereiten zu Hause, viele Farbbilder und nützliches Info-Material.
Die Hüttenangaben sollten ca. der Orientierung dienen, in dem Zweifel also vor Ort informieren. Die enthaltene Übersichtskarte... |
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